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19.11.2017 : 12:57 : +0100

„Confessio Augustana“ - Augsburger Bekenntnis

Inhaltlich haben wir uns zum Beispiel mit der „Confessio Augustana“, dem Augsburger Bekenntnis beschäftigt. Sie finden es im Anhang des Evangelischen Gesangbuches. Es entstand, als die protestantischen Fürsten auf dem Augsburger Reichstag von 1530 vor dem damaligen Kaiser Rechenschaft über ihren Glauben ablegen sollten. Martin Luther, über den die Reichsacht verhängt worden war, musste Philipp Melanchthon diese Arbeit überlassen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass das ganze theologische Wirken von Martin Luther die tragende Voraussetzung dieses Bekenntnisses ist. Wichtig war es den Verantwortlichen, zu betonen, dass die Confessio Augustana in keinem Gegensatz zur römischen, katholischen Kirche, wie sie aus den Kirchenvätern bekannt war, stand. So begegnen wir in den Lehrsätzen sowohl den altkirchlichen Bekenntnissen als auch dem Apostolischen Glaubensbekenntnis. Die Confessio Augustana erlangte sehr bald Anerkennung als Ausdruck der lutherischen Lehre und wurde Grundlage des Augsburger Religionsfriedens.
Insgesamt besteht die Confessio Augustana aus 21 Hauptartikel des Glaubens und 7 Artikeln, in denen abgeschaffte Missbräuche behandelt werden.
Die ersten Abende über Themen wie die „eine göttliche Wesenheit und drei Personen“ oder über den „Sohn Gottes, der Mensch worden ist“ waren über aus spannend, weil sie ein ganz hohes Maß an Aktualität besitzen. Fragen über Fragen wurden gestellt! Sind diese Lehrgrundlagen heute überhaupt noch übermittelbar? Ist es nicht sogar so, dass diese Glaubenssätze von Menschen als Beleidigung ihrer Vernunft aufgefasst werden? Dem Reformator Philipp Melanchthon war es über alle Maßen wichtig, den Zusammenhang zwischen Christi Person und Werk zu unterstreichen. Gott verherrlicht sich im Menschen. „Das Wort ward Fleisch und wir sahen seine Herrlichkeit.“ Das ist das letzte Geheimnis der Trinität, dass die Menschheit mit aufgenommen ist.

Ferienausklang im Kleinen Walsertal

Im Laufe des Frühjahres 2008 entstand im Hauskreis Langenargen die schöne Idee, die Ferien gemeinsam ausklingen zu lassen und einige Tage gemeinsam zu verbringen. Das Vorhaben sollte familienfreundlich gestaltet sein. Eine einfache Herberge, zu tragbaren Kosten. Gemeinschaft leben, bevor der Alltag des neuen Schuljahres wieder beginnt.
Auf Empfehlung aus dem Kreis fassten wir das „Schlössle“ in Hirschegg, Kleinwalsertal ins Auge. Die prompte Zusage des Herbergsvaters nahmen wir als ein Zeichen Gottes an und die Planungen konnten beginnen.
Am Donnerstagmittag, 4. September brach eine Gruppe von 30 Leuten mit Kind und Kegel in die Berge auf. Dabei wurde die Anfahrt bereits zum Abenteuer, weil die Zufahrt zum „Schlössle“ sich als Baustelle herausstellte, die Autos und Fahrer herausforderte.
Doch der Weg hatte sich gelohnt. Das Haus liegt in exponierter Lage über Hirschegg mit weitem Blick über das Kleinwalsertal. Ein altes Berghaus zum Landschulheim ausgebaut. Einfach, aber gemütlich und wie geschaffen für diese Tage.
Schon am Nachmittag führte uns eine kleine Wanderung entlang des Schwarzwasserbachs. Der Bch hat sich über Jahrtausende in den Stein gearbeitet und faszinierende Formen wie Tobel, Höhlen und eine beeindruckende Naturbrücke geschaffen.
Anschließend gab es ein einfaches, aber gutes Essen der türkischen Hüttenwirte und einen gemütlichen Abend.
Wie alle Morgen begannen wir den neuen Tag mit einer gemeinsamen Andacht. Der Blick aus dem Fenster verhieß einen besondern Tag. So zogen wir Bergwanderer bald los in Richtung Hoher Ifen. Das Kleinwalsertal verfügt über ein sehr gutes Nahverkehrsnetz.
Die kostenfreie Benutzung ist in der Kurtaxe enthalten. Mit der Seilbahn ging es auf die Mittelstation. Von hieraus weiter zu Fuß bergauf. Ziel war die Bergstation am Gottesacker. Besonders für die kleineren Kinder eine Herausforderung, aber beachtlich mit welcher Ausdauer und Leichtigkeit sie vorankamen. Am Einstieg zur Ifenspitze teilte sich die Gruppe.
Einige Erwachsene gingen mit den kleinen Kindern weiter zur Bergstation. Eine Gruppe von 12 Erwachsenen und größeren Kindern wollte sich den Aufstieg zum Ifen nicht nehmen lassen. Zunächst stiegen wir über einen Geröllhang und kleinere Kletterpassagen auf den markanten Rücken des Ifen und dort weiter bis zum Gipfelkreuz auf 2230 m.
Die Belohnung war eine großartige Aussicht. In der Ferne schimmerte der Bodensee in einem warmen herbstlichen Licht. Nach dem Abstieg fanden wir an der Ifenhütte wieder zusammen.
Dann lag nach einem zünftigen Vesper der zweite Höhepunkt dieses Tages vor uns. Der Abstieg über den Gottesacker. Eine weit gestreckte Felslandschaft. Dabei ist das Gestein in eine Unzahl von tiefen Furchen aufgerissen, ähnlich einem frisch (von Gott in den Stein) gepflügten Acker. Die Überquerung des Gottesackers ist aufgrund der Spalten nicht ungefährlich. Kleine Kinder wurden ans Seil genommen.
Ohne die Markierung des Weges wäre das Feld nicht zu überqueren gewesen. Gottesacker vielleicht auch deshalb, weil sich dieser Gesteinsacker über eine gewaltige Fläche erstreckt. Bilder, die an eine andere Welt erinnern, mit dem Eindruck sich auf einer Mondlandschaft zu bewegen. Kahler Stein aber immer wieder auch kleine Schalen und Klüfte aus denen sich bunte Bergblumen erhoben. Ein Gottesacker. Der Weg führte schließlich über einen trockenen Bachlauf zurück in die darunter liegenden Wälder. Eine Gruppe war bereits voraus, als ein Handyruf kam, mit der Frage: „Wo seid ihr eigentlich, der letzte Bus fährt um 18:00?“ Eine Schrecksekunde es war bereits 17:50. Aber noch wenige Schritte und wir konnten den Wald verlassen und die Gruppe an der Bushaltestelle sehen. So kamen wir alle zusammen wohlbehütet wieder in unserem „Schlössle“ an.
Was für ein herrlicher Tag auf Gottes Acker. Am darauf folgenden Samstag ging es mit der Seilbahn auf die Kanzelwand und von dort über das Söllereck zurück ins Tal. Jause auf einer urigen Alm mit selbst gemachten Köstlichkeiten.
Die Abende verbrachten wir in gutem Gespräch. Wir erfuhren, dass Poker kein Glücksspiel ist, sondern mit Wahrscheinlichkeitsberechungen zu gewinnen ist. Viel Freude hatten wir in der gemütlichen Wirtsstube wieder beim gemeinsamen Musizieren. Liederhefte und Instrumente dürfen bei keinem Hauskreistreffen „niemals“ fehlen. Der schwere Abschied aus den Bergen und von den Ferien am Sonntag wurde uns vom Wetter leichter gemacht. Es begann zu regnen. Der Gottesdienst in der Bergkirche von Hirschegg mit Feier des heiligen Abendmahls war ein guter geistlicher Abschluss und uns allen Zurüstung für die kommende Zeit.
Ein gesegneter Ferienausklang, dessen warme Töne bis heute nachklingen. Besonders heute, wo ein scharfer Schneesturm um die Ecken unserer Häuser pfeift.