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27.4.2017 : 5:15 : +0200

Kindergarten

Kinder sind eine Brücke zum Himmel.

aus Persien

Kind & Religion

Zwei Inhalte liegen uns besonders am Herzen, sicher auch in unserem Selbstverständnis als kirchlichem Kindergarten begründet. 

Es ist uns besonders wichtig, dass die Kinder ihre persönlichen Fähigkeiten, die ihnen von Natur aus mitgegeben sind, entdecken und entwickeln können. Wer bin ich eigentlich? Was kann ich? Und was will ich? Wenn man so will, ist dies ein Gegenpool zu unserer hoch technisierten Welt, die Besinnung auf unsere ureigenen menschlichen Fähigkeiten. Es ist eine solide Basis für das Leben, unabhängig von momentanen Strömungen. Und natürlich geht es auch darum, die Bedürfnisse und Fähigkeiten anderer kennenzulernen und zu respektieren. 

Ebenso halten wir es für erforderlich, dass die Kinder eine emotionale Bindung zur Natur entwickeln, dass sie sie in verschiedenen Facetten kennenlernen und einen respektvollen Umgang mit der Schöpfung lernen. Unsere wöchentlichen Wiese-Wald-See-Tage und die Wie-Wa-See-Woche sind ein Weg dahin. Außerdem sind wir ein "Haus der kleinen Forscher", in dem die Kinder spielerisch Naturphänomene entdecken dürfen.

So setzen wir religiöse Bildung in unserem Kindergarten um:

  • Wir leben natürlich den Jahreskreis intensiv, biblische Geschichten begleiten uns dabei

  • Unser Liederrepertoire umfasst auch religiöse Lieder. Sie kommen zum Beispiel bei kleinen Gottesdiensten und Geburtstagen zum Einsatz

  • Vor dem Mittagessen und vor sonstigen gemeinsamen Essen wird gebetet.

  • Jeden Monat einmal feiert Herr Pfarrer Adt einen Gottesdienst gemeinsam mit den Kindergartenkindern in der Friedenskirche. Singen, Beten, eine kleine Predigt und als Abschluss das `Vater unser ` sind ein fester Bestandteil 

 

Die Eltern nehmen dieses Angebot in der Regel gerne an, und zwar nicht nur diejenigen, die diese Dinge auch zu Hause pflegen. Viele Eltern sind in Glaubensdingen heute verunsichert, möchten ihren Kindern aber dennoch etwas davon mit auf den Weg geben und sind froh, wenn hier im Kindergarten eine Basis gebildet wird



Gedanken von Pfarrer Fentzloff

In seiner Schrift Der Staat (Politeia) spricht Platon u.a. über die musikalische Erziehung. Übungen in musikalischer Hinsicht führten, so Platon, zur Stärkung geistiger Kräfte des Kindes. Es könne nicht Sinn musikalischer Erziehung sein, das Kind zum Virtuosentum anzuleiten; das Musizieren stärke überhaupt den Charakter. 

Ganz in diesem Sinne liegt uns, was die religiöse Erziehung und Bildung anbelangt, an der Entfaltung und Entwicklung seelischer Kräfte im Kind. In besonderer Weise soll die Kraft des STAUNENKÖNNENS gefördert werden. Das Kind so erziehen, daß es Vielfalt und Schönheit der umfassenden Schöpfung als aus Gott hervorgegangenes Wunder empfinden und verstehen lernt! Den Weg, die Stationen des Kirchenjahrs abschreiten, daß die Wunder der Schöpfung als Hinweis auf die in allem webende Christusmacht erfahren werden!

Auf ganz natürliche Weise soll ein Kind mit Formen religiösen Lebens vertraut werden. Zwanglos und frei zum Gebet hinfinden! Das Gebet in der Gemeinschaft kennenlernen; aber auch vermittelt bekommen, daß ich als einzelner mit Gott persönlich sprechen, meinem Gott und himmlischen Vater all das sagen darf, worüber ich beglückt bin und was mich bedrückt. Unsere Kindergartenkinder sollen mit religiösem Liedgut, biblischen Geschichten (den einzigartigen Erzählungen von der Heiligkeit allen Lebens) vertraut werden, wie auch die Freude des Gottesdienstfeierns kennenlernen….

Der Philosoph Jürgen Habermas bekannte unlängst, er sei religiös unmusikalisch. Es ist uns ein Anliegen, daß die Kinder, die unseren Kindergarten besuchen, solches in ihrem späteren Leben nicht von sich sagen müssen. 

Heute reisen alle. Das Reisen als solches stellt nichts Besonderes mehr dar. Das war anders etwa zu Goethes Zeiten. Den Gebildeten und Wohlhabenden blieb es vorbehalten, in die Ferne zu schweifen. Der arme Dichter Hölderlin ist zu Fuß nach Bordeaux gegangen. Martin Luther, gleichfalls wandernd, hat die Alpen überquert und sich nach Rom bemüht. Abraham ist das Urbild des Wanderers. Er, der eine feste Heimat, einen Wohnsitz hatte, ist aufgebrochen ins Ungewisse, einem Ruf seines Gottes folgend. Abraham begibt sich in die Fremde und wird zum Fremdling. Abraham ist nicht nicht nur das Urbild des Wanderers, er ist auch das Urbild des Fremden. Übertragen auf die heutige Zeit Abraham ist das Urbild des unruhigen Geistes. Das bedeutet für unsere Kigaarbeit, die wir unseren Kiga nach Abraham benannt haben, immer neue Ansätze zu suchen. Unterwegs zu Gott. Uns nicht einzumauern im Gehabten.