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30.10.2020 : 5:57 : +0100

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Predikttext vom 18. Oktober

Predigt Eph 4,22-32

22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn
24 und zieht den neuen Menschen an,
der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
25 Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind.
26 Zürnt ihr, so sündigt nicht;
lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen
27 und gebt nicht Raum dem Teufel.
28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann.
29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet,was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören.
30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung.
31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit.
32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Kleider machen Leute…
In der Novelle von Gottfried Keller- einige von uns haben die noch in der Schule gelesen- da trägt ein armer Schneidergeselle eine edle Garderobe und wird für einen Grafen gehalten. Und er wird als Graf behandelt.

Die Internatsschüler von Salem erkennen auf einen Blick, ob der Kaschmirpullover des Religionslehrers von C&A ist oder von einer Luxusmarke stammt- und sie brauchen dafür nicht einmal ein Label zu sehen.

Kleider machen Leute…
Keiner von uns geht zu einem Vorstellungsgespräch mit angeschmuddelter Kleidung und dreckigen Schuhen.
Was wir tragen, sagt etwas über uns aus, wie wir uns sehen oder doch wenigstens nach außen zeigen.
Ob ich immer, in jeder Lebenslage und jeder Tageszeit wie aus dem Ei gepellt aussehe, immer schick und tadellos…
Ob ich eher Unbequemlichkeiten in Kauf nehme, als einen Stilbruch zu riskieren…
Oder ob bei mir Bequemlichkeit im Vordergrumd steht und mir mein Aussehen, der erste Eindrucck egal ist...

Ja, Kleider machen Leute.
Und wir heute können entscheiden, was wir anziehen und welche Wirkung wir damit erzielen wollen.
Wir haben die Auswahl und können heute der und morgen ein anderer sein. Den meisten ist das allerdings zu viel Mühe und sie finden ihren eigenen Kleidungsstil, der zu ihrer Persönlichkeit passt.

Als der Epheserbrief geschrieben wurde, war die Situation eine andere. Nur die Reichen hatten mehr als ein Gewand. Nur wenige konnten ihre Kleidung wechseln.
Und so hat das, was ein Mensch trug, viel mehr über ihn und seine soziale Stellung ausgesagt. Eine Frau erkannte man an der Frauenkleidung. Ob man sich leisten konnte, die Kleider zu färben, oder ob man sich mit den Naturtönen der Tiere zufrieden geben musste.
Ein Kleidungsstück war damals viel mehr eine zweite Haut, als wir es uns heute vorstellen können.
Ein neues Kleidungsstück gar, das war für die allermeisten etwas Besonderes. Das gab es nur alle paar Jahre einmal.

Und nun wendet sich der Epheserbrief an christliche Gemeinden in Kleinasien. Die Gemeinden bestehen schon einige Zeit und die Gemeinden ringen darum, wie sie ihr Miteinander leben. Kamen in einer Gemeinde doch ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Juden, die in Jesus den versprochenen Retter erkannt hatten. Griechen, Römer, Kleinasiaten, die von der Botschaft Jesu so angerührt worden waren, dass sie an ihn glaubten. Männer und Frauen, Freie und Sklaven- sie alle bildeten die Ortsgemeinde- Und das gab es damals an keiner Stelle, dass sich die einzelnen Gruppen so mischten.
Da kann es gar nicht ausbleiben, dass die Frage gestellt wird:
Verändert der Glaube an Jesus einen Menschen und wie?

Und ich glaube, jeder Mensch, der an Jesus Christus glaubt und ihm nachfolgt, egal ob damals oder heute, spürt, dass sich etwas ändert. In der Sicht auf die Welt, in der Art, wie man sich in der Welt bewegt und anderen begegnet.
Um zu verdeutlichen, was sich da ändert, nimmt Paulus das Bild vom alten und vom neuen Kleid…
Mit der Taufe, mit dem Anfang des Glaubens bekommen wir von Gott ein neues Gewand. Es ist uns auf den Leib geschnitten- es passt genau. Nichts kratzt und kneift. Neu eingekleidet, verwandelt beginnen wir unser Leben als Christen.Und Paulus verrät uns auch, aus welchem Material dieses neue Kleid ist:
Ein Kleid der Wahrheit-
Wer es trägt, denkt nicht in seinem Herzen abwertend über andere, er verurteilt sie nicht in Gedanken und raspelt Süßholz und gibt hohle Komplimente, wenn er mit anderen spricht.
Wer das Kleid der Wahrheit trägt ist wahrhaftig, auch wenn die Wahrheit manchmal weh tut. Auf sein Wort kann man sich verlassen.

Das neue Kleid ist ein Kleid der Wahrheit auch in allen Gefühlslagen, auch im Zorn.
Hier lohnt es sich, genau hinzusehen, was wir da lesen:
Nicht der Zorn ist schlecht. Nein, Gott selbst wird zornig
Beim Propheten Jesaja lesen wir sogar (63,5): Niemand wollte mir- Gott – helfen. Da musste mein Arm mir helfen und mein Zorn stand mir bei.
Zorn, wir kennen ja sogar die Redewendung vom Heiligen Zorn. Zorn kann ein großer Kraftimpuls sein, sich für etwas einzusetzen, aufzustehen gegen Missstände und Ungerechtigkeit.
Zorn kann sich aber auch zerstörerisch zeigen. In blinder Gewalt, die alles niedermacht, was sich einem in den Weg stellt. Dazu braucht es keine Waffen, mit Worten geschieht das gerade so. Dieser zerstörerische Zorn gehört zum alten Kleid, das wir immer wieder ablegen dürfen.

Dieses neue Kleid ist ein Kleid mit großen Taschen.
Sie sind nicht gefüllt, durch das was einer an sich raffen kann, indem er andere beraubt und betrügt. Sie sind gefüllt, mit dem was einer erarbeitet, mehr als er selbst braucht, damit er abgeben kann.
Das neue Kleid ist ein Kleid, das man gerne anfasst.
Es fühlt sich einfach gut an. Der Träger baut andere auf, stärkt sie mit seinen Worten und verletzt sie nicht.

Seid aber untereinander freundlich und herzlich und
vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.


Wenn wir das alles hören, dann kann es ja nur gut werden.
Warum sollten wir dieses neue Gewand wieder ablegen und unsere alte Kleidung, unser altes Leben wieder anziehen?
Warum also die Mahnung „zieht an den neuen Menschen“?

Wir sind offensichtlich beides:
Wir sind in Christus eine neue Schöpfung. Wir haben den neuen Menschen angezogen.
Aber zugleich ist der alte Mensch immer noch sehr lebendig.
Wer kennt das nicht?
Da ist ein Lieblingskleidungsstück im Laufe der Zeit so schäbig geworden, dass wir es eigentlich nicht mehr guten Gewissens anziehen können. Und dann wirft man es doch nicht weg, sondern lässt es noch im Schrank.
Immer wieder einmal zieht man es noch an- es ist einfach so wunderbar eingetragen und vertraut.
So geht es uns auch mit dem alten Menschen. Den kennen wir schon unser Leben lang. Wir reagieren auf bestimmte Situationen wie wir es schon immer getan haben- ohne nachzudenken.
Das Neue ist ungewohnt. Wir müssen erst hineinwachsen.
Und das bedeutet: Es braucht immer wieder die Entscheidung von uns, welches Kleidungsstück wir aus unserem inneren Schrank nehmen und anziehen.
Wir müssen uns immer wieder für den neuen Menschen in Christus entscheiden. Wir können es auch. Wir müssen nicht so bleiben wie wir sind- nicht an den Stellen, wo wir eigentlich schon wissen: Das Alte tut uns nicht gut.
Es ist kein Grund zu verzweifeln, wenn wir merken, wir sind wieder in alte Verhaltensmuster gerutscht.
Wir sind neue Menschen- und wir werden es- eine lebenslange Aufgabe. Darum:
23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24und zieht den neuen Menschen an,
der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Amen.

Sonntag, 17. Mai

09.00 Uhr   Gottesdienst in Eriskirch (Pfarrer Eidt)
10.15 Uhr   Gottesdienst in Langenargen (Pfarrer Eidt)

  • Predigt

Sonntag, 10. Mai

09.00 Uhr   Gottesdienst in Langenargen (Pfarrer Eidt)
10.15 Uhr   Gottesdienst in Eriskirch (Pfarrer Eidt)

Predigt für Sonntag 3.Mai Jubilate, Pfarrerin Neveling

Predigt in Textform

Predigt als Tonfassung

Gottesdienst Sonntag 26.04.2020, Misericordias Domini

2.Sonntag nach Ostern

Predigt in Textform

Predigt als Tonfassung

Predigt, Sonntag 19.04.2020

Predigt von Dekan i.R. Müller-Bay

Predigt in Schriftform

Predigt zum Ostermontag

Von Pfarrer Uli Adt

Predigt in Textform

Predigt zum Ostersonntag

Predigt zum Karfreitag, 10. April

Predigt von Pfarrer Matthias Edit

Gründonnerstag, 9.4.2020

Predigt von Pfarrerin Reinhild Neveling

Predigt in Schriftform

Predigt als Tonfassung

 

 

 

Palmsonntag,05.04.2020

Predigt in Schriftform

Predigt von Pfarrerin Reinhild Neveling

Predigt in Schriftform

Predigt als Tonfassung

Zum Sonntag Judika Predigt Hebräer 13,9-14


Predigt_Hebr_13_-_Judika_2020.pdf

Gottesdienst vom 22.03.2020

Da unsere Kirchen im Moment geschlossen sind, hier die Predigt in Wort und Ton: